Richtig schwimmen lernen von und mit den AquaKidz

17 November 2016
Gepostet von AquaKidz Schwimmschule

Blubbern, blasen, gleiten, tauchen

Sich in frühen Jahren ans Wasser zu gewöhnen, macht Sinn und kann erst noch richtig lustig sein. Wie Kinderschwimmen für weniger Stress an Pool oder Gewässern sorgt: ein Augenschein im Langnauer Hallenbad im Zürcher Sihltal. (von B. Brandt)

Wie nur die Kameralinse beschlagfrei bekommen? Gleich vor weg, darum ging es beim Besuch von spielgruppe.ch im feucht-warmen Hallenbad als erstes. Die Luft ist tropisch, zumindest für die Leute, die nicht im Wasser plantschen, sondern mit Shorts und Shirts am Beckenrand stehen, doch das sind wenige. Dafür sind umso mehr Mütter anwesend, die den Kindern beim Plantschen zusehen oder selbst mittendrin im Geschehen stehen. Sie tauchen ihre Buben und Mädchen ins Wasser. Sie herzen sie, werfen sie hoch und prusten mit ihnen um die Wette. 

Mit dem Wasser auf Du

Die eine Hälfte des Nichtschwimmerbeckens im Langnauer Hallenbad ist für die Aquakidz Schwimmschule abgetrennt. Zwischen den Kindern bewegen sich die Lehrerinnen flink wie Fische im Wasser. Olena Senyuryna ist für die Drei- bis Fünfjährigen zuständig und hat gerade alle Hände voll zu tun. Sie hält die Kleinen ständig im Fokus und muntert sie behutsam auf, an den Spielsequenzen teilzunehmen. Das tun die meisten Kinder gern, kein Wunder, die Inputs zur «Wassergewöhnung» sind durchs Band clever und niveaugerecht arrangiert. 

Step by Step

Bloss einer mag nicht recht. Dario* ist knapp drei Jahre alt und braucht noch ganz fest seine Mami. Ihre Versuche, den Jungen zum Mitmachen zu bewegen, helfen nur für kurze Zeit. Schnell steht seine Mimik wieder auf bewölkt. Kaum aber sitzt der Kleine am Beckenrand, schaut er dem Geschehen interessiert zu. „Das kommt schon noch“, ist die Schwimmschulleiterin Jana Mantz überzeugt. Eben: Schritt für Schritt oder beim Wassersport wohl treffender - Zug um Zug. Das muss sie auch immer wieder mal den Eltern ans Herz legen, die für ihr Geld natürlich etwas erwarten. Doch wie an Land so auch im Wasser: Entwicklungsschritte lassen sich nicht verordnen. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. (*Name von der Redaktion geändert)

Geschickter Schachzug 

Die deutsche Selfmade-Geschäftsfrau wohnte zuvor eine Zeit lang in Belgien und hat dort aus der Not heraus ihre erste eigene Schwimmschule auf die Beine gestellt. Ihre beiden Söhne sollten schwimmen lernen. Doch, wo und wie? Weit und breit war kein passendes Angebot zu finden. Kurzerhand rief Jana Mantz «Aquakidz» ins Leben. Ein paar Jahre später zog sie mit ihrer Familie in die Schweiz. Die Folge? Seit 2012 gibt es «Aquakidz» und zwar an verschiedenen Standorten rund um den Zürichsee auch in der Schweiz. Die Crew besteht aus mehreren Schwimmlehrerinnen, die alle bestens ausgebildet sind oder werden und mindestens ein SLRG-Brevet (Rettungsschwimmer) besitzen müssen. Jana Mantz kümmert sich mit Verve um das Management - professioneller könnte der Auftritt von Schwimmunterricht nicht sein. 

Spielen im Wasser

Die diplomierte Betriebswirtin betont ausdrücklich, wie wichtig ihr die pädagogische Haltung ist: „Das Know-how rund um die Wassergewöhnung hat man schnell intus, doch der Umgang mit den Kindern ist das A und O. Da nützt die beste Instruktion wenig, wenn die Kursleiterin die Kinder nicht abholen kann.“ Wassergewöhnung à la «Aquakidz» bedeutet: Mit Trinkhalmen im Wasser blubbern, mit Bechern schöpfen und sich das Wasser über den Kopf leeren. Mit den Händen spritzen, sich am Gymnastikreif durchs Wasser ziehen lassen oder hindurch schwimmen. Oder: Ab auf die Poolnudel, auf zum Seepferdchenrennen. Das macht Freude und nimmt die Angst vor dem Wasser.

 

Was die Kleinen lernen - Wassergewöhnung, Wassersicherheit & Wasserbewältigung

Hinter dem spielerischen Spass steckt pures Kalkül: Die Kinder lernen, mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen und richtig zu atmen, den Körper auf der Wasseroberfläche zu halten und zu gleiten. Ins Wasser zu springen und wieder hinauszuklettern. Damit sind die Anforderungen des Krebstests (vgl. Box) schon fast erfüllt. Klingt simpel, will aber erstmal gelernt sein. Das gelinge mit der Schwimmlehrerin viel besser, als mit der eigenen Mutter, ist Frau C. überzeugt, deren Tochter den Kurs besucht. Es ist einleuchtend: Mit kleinen Kindern, die ans Wasser gewöhnt sind, fallen Badeausflüge mit der ganzen Familie viel entspannter aus. Ausserdem sei es praktisch, dass sie ihre Jüngste ins Hallenbad mitnehmen kann, ergänzt die rundum zufriedene Mutter. (*Name von der Redaktion geändert) 

 

Qualitätsfrage

Weswegen die Eltern gerade die AquaKidz wählen? „Weil wir die Bedürfnisse der Kinder respektieren und grossen Wert auf einen kindgerechten Ablauf legen“, glaubt J. Mantz. „Vielleicht ist es aber auch die überschaubare Gruppengrösse von maximal acht Kindern, bei den Kleinkindern sind mir sechs aber noch lieber.“ Ein zusätzlicher Pluspunkt des Standorts Langnau am Albis: Hier dürfen die Eltern mit an den Pool, das ist bei Schulschwimmbecken eher nicht der Fall. Geeignete Kursorte zu finden, ist schwierig. Die Schwimmkursanbieter geben sich die Türklinke in die Hand. Es werde in diesem Sektor auch Schindluder betrieben, gibt Jana Matz, die grosse Stücke auf gute Qualität hält, zu bedenken. Die Botschaft ist klar: Schwimmschule ist nicht gleich Schwimmschule. Eltern tun also gut daran, die Angebote zu vergleichen und in einer kostenlosen Schnupperlektion das "Projekt Schwimmen lernen" zu testen.

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